Besser informiert mit PSItraffic

Erneuerung des Informations- und Meldesystems bei der S-Bahn Hamburg GmbH

„HSV gegen FC Bayern 4:0“ – diese Meldung scheint, zumindest derzeit, eher weniger wahrscheinlich. Tatsache ist jedoch, dass Fahrgäste der Hamburger S-Bahn ab 2017 regelmäßig auch mit solchen Meldungen auf dem Bahnsteig informiert werden können. Es gab ähnliche Informationen auch schon bei  der letzten Fußball-WM. Da war es jedoch noch ein großer technischer Aufwand, der für jede einzelne Meldung betrieben werden musste. Sehr viel leichter wird es ab 2017 sein. Möglich wird das durch ein Projekt der PSI Transcom GmbH, das derzeit in Zusammenarbeit mit der S-Bahn Hamburg GmbH und der SAE IT-systems GmbH & Co. KG realisiert wird.

Basis für das neue Informations- und Meldesystem ist das alte, ebenfalls von der PSI Transcom entwickelte System, das vor 15 Jahren in Hamburg in Betrieb genommen wurde. Es war schon zu jenen Zeiten eine sehr genau auf die Hamburger S-Bahn zugeschnittene Lösung. „Für die damalige Zeit bahnbrechend“, sagt Thomas Langkamm, Gesamtprojektleiter der PSI Transcom GmbH. So ist es auch kein Zufall, dass die Hamburger S-Bahn zu den pünktlichsten Nahverkehrseinrichtungen der 39 Regio-Betriebe der Deutschen Bahn gehört.

Inzwischen, sagt Langkamm, sei dieses alte System jedoch schon ein wenig betagt. „Es wurde entwickelt, als wir noch Modemverbindungen zu den Bahnhöfen hatten. Diese Modems haben nur 1.200 Byte pro Sekunde übertragen. Für diese teilweise extrem langsamen Übertragungsgeschwindigkeiten mussten wir eine sehr hohe Optimierung realisieren. Das hieß natürlich, dass das System in seiner Funktionalität eingeschränkt war.“ Aber es gab auch andere Gründe für eine Modernisierung. Die Unterstationen – spezialisierte Industriecomputer, die an jeder Station die Kommunikation zu den dort befindlichen Geräten steuern – sind inzwischen ebenfalls veraltet. Zudem hat Ursatronics, der Hersteller der in Hamburg verbauten Unterstationen, die Ersatzteilversorgung für die Unterstationen gekündigt. So wurde ein Austausch unumgänglich.

Grundlage für die Datenversorgung des Informations- und Meldesystems war und ist ein auf die rund 147 Kilometer lange Gleisanlage verteiltes Induktionssystem, das Züge beim Passieren identifiziert und jedes Mal Signale an die Unterstationen abgibt, die diese Signale dann an einen Zentralcomputer weiter leiten. Vom Zen-tralcomputer werden anschließend die Informationen für die Disponenten und Fahrdienstleiter auf den Stellwerken aufbereitet sowie an die einzelnen Stationen zur Versorgung der Zuganzeiger gesendet. So können die Mitarbeiter auf Monitoren genau ablesen, wo sich welcher S-Bahn-Zug gerade befindet, wo es eventuell Fehlerquellen gibt und wie die Fehler optimal behoben werden. Parallel werden die Fahrgäste mit größtmöglicher Präzision über die Wartezeit bis zur Abfahrt des nächsten Zuges informiert. Die Verarbeitung der Daten erfolgt durch ein hochverfügbares System von 16 Servern in einer Zentrale sowie sieben Streckenbereichen. Das System ist so ausgelegt, dass bei Ausfall eines Servers sofort ein Standby-System dessen Aufgaben übernimmt.

Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen Ausgabe des INFRASTRUCTURE manager