10.11.2017

Fahrgastinformationssysteme - Wunsch und Wirklichkeit

Auszug aus Verkehr + Technik, Ausgabe November 2017

Fahrgastinformationssysteme sind in Deutschland flächendeckend verfügbar. Je nach Integrationsaufwand der Daten reicht die Abdeckung einzelner Systeme von Verbund- über Ländergröße bis hin zu deutschlandweiten Auskunftssystemen. Die Qualität der Informationsbereitstellung steht und fällt mit den zur Verfügung stehenden Daten beziehungsweise mit deren Übermittlung aus den verschiedenen Planungs- und Überwachungssystemen über die vorhandenen Schnittstellen. Dabei wünschen sich Fahrgäste über die routinemäßige Bereitstellung von aktuellen Ankunfts- und Abfahrtszeiten hinausgehend auch immer mehr situationsbezogene Informationen zum Gesamtkontext von Störungen und außergewöhnlichen Vorfällen. Dies gelingt nur durch eine Modifizierung der vorhandenen Schnittstellenstandards.
 
Anforderung: Situationsbeschreibungen im Gesamtkontext
Moderne Fahrgastinformationssysteme schaffen durch den Abgleich von Soll- und Ist- bzw. von Referenz- und Prozessdaten eine Dynamisierung der Funktionen. Informationen beispielsweise zu Halte- bzw. Bahnsteigänderungen oder veränderten Anschlussfahrten können auf diese Weise in Echtzeit übermittelt sowie Fragen beantwortet werden wie: Wann kommen die nächsten Züge oder Busse an dieser Haltestelle an? Wann fahren die nächsten Fahrzeuge an dieser Haltestelle ab? Hierfür bedarf es des Zugriffs auf verschiedene Dienste bzw. der Datenübermittlung aus einer typischerweise heterogenen Systemlandschaft. Die Herausforderung liegt in einer exakten Referenzierung der aus den unterschiedlichen Systemen generierten Daten sowie in der Entwicklung geeigneter Austauschmechanismen und -formate, welche auch eine Übertragung des Gesamtkontextes, wie z. B. im Fall von Störungen, aus den Leitsystemen umfasst.
Denn ein Blick in die Praxis verdeutlicht, dass Kunden heute über eine exakte und aktuelle Informierung zu Ankunfts- und Abfahrtszeigen hinaus gerade auch Informationen zu Störungsursachen oder zu übergeordneten Auswirkungen und Situationen erwarten. Dazu zählen beispielsweise kurzfristige Streckensperrungen oder Beeinträchtigungen des Betriebs auf Grund von extremen Wetterlagen oder den Auswirkungen von Großveranstaltungen, die nicht nur einzelne Fahrten, sondern den Verkehr insgesamt beeinträchtigen. [...]

Zeitschrift Verkehr+Technik